Eine gute Infografik nimmt Arbeit ab. Man sieht sofort, wo man ist, wohin es geht und was wann passiert.
Dafür sortieren wir zuerst, was wirklich wichtig ist, und lassen den Rest weg. Dann zeichnen wir die Orte und Zeichen, an denen sich das Auge festhalten kann. Ob als Plakat, auf der Website oder in Bewegung auf der Kinoleinwand.

Die meiste Arbeit sieht man am Ende nicht: Sie steckt in dem, was weggelassen wurde.
Stationen, Zeiten, Zahlen, Jahreszahlen. Alles kommt auf den Tisch, auch wenn es noch ungeordnet ist.
Was muss man auf den ersten Blick sehen, was erst auf den zweiten? Daraus folgen Leserichtung, Raster und Gewichtung.
Wahrzeichen, Icons und Farben, die man schon kennt. Sie ersetzen lange Legenden.
Als Plakat, auf der Website, in Social Media oder animiert, Schritt für Schritt aufgebaut.
Wie wird aus dem Baubeginn von 1965 das Tunnelnetz, das Hannover heute kennt? In 50 Sekunden, Strecke für Strecke.
2025 feierte die infra zwei Jubiläen: 60 Jahre U-Bahn-Bau und 50 Jahre Stadtbahn. Für den Jubiläumsfilm von hannover.contex 4.0, gebaut aus Neuaufnahmen von Florian Arp und Archivmaterial des NDR, haben wir eine animierte Infografik beigesteuert. Sie zeigt, wie das Netz unter der Innenstadt gewachsen ist.
Auftraggeber · uraufgeführt am 16. November 2025Animation im Jubiläumsfilm
von 1965 bis 1993
Blau, Rot und Gelb für die drei Äste im Stadtkern
gebaut für die Kinoleinwand
Jede Jahreszahl steht für einen neuen Abschnitt. Die Linien wachsen in ihren Farben aus der Innenstadt heraus, zwei Wahrzeichen halten die Orientierung.
Wenn die Kamera zurückfährt, sieht man das ganze Netz auf einmal. Die Stationsnamen bleiben stehen, damit man jede Strecke nachfahren kann.
Tipp: Klick auf eine Jahreszahl, um im Film direkt dorthin zu springen.
1982 gibt es zwei Äste: Blau nach Norden zum Lister Platz, Rot von der Werderstraße bis zum Altenbekener Damm. Elf Jahre später ist der gelbe Ast dazugekommen, vom Königsworther Platz und der Kopernikusstraße über den Steintor bis zum Braunschweiger Platz.
Zieh den Regler, um beide Stände zu vergleichen.
Ein echter Stadtplan wäre für 50 Sekunden auf der Leinwand zu voll. Wir haben das Netz deshalb auf die Linien reduziert und zwei Orte gezeichnet, die in Hannover alle kennen: den Hauptbahnhof und die Waterloosäule. Daran hält sich das Auge fest, während die Linien wachsen.
Die Jahreszahlen stehen in Grün, der Farbe der infra. Die Linien behalten ihre Farben.
Strich für Strich: So baut sich die Waterloosäule in den ersten drei Sekunden auf.





Am 16. November 2025 hat mich die infra zu ihrer Matinee ins Apollo Kino eingeladen. Ein schöner Nachmittag, kurzweilig moderiert, mit Talkrunden zur Gegenwart und Zukunft des Stadtbahnnetzes und der Stadt Hannover.
Für mich war es auch ein stiller Meilenstein. Als der erste Harry-Potter-Film ins Kino kam, saß ich im Saal und dachte: Wie großartig wäre es, wenn eines Tages meine eigenen Geschichten auf der großen Leinwand laufen würden. Ich habe einen Abschluss in Belletristik, habe viel geschrieben und diesen Traum nie ganz losgelassen.
Viele Jahre später lief zum Jubiläum der infra ein Film, zu dem ich eine kleine Animation beigesteuert habe. Und im Abspann stand mein Name. Auf der Leinwand, im Kino. Nicht so, wie ich es mir früher ausgemalt habe. Aber es ist passiert: knapp eine Minute Animation von mir auf der großen Leinwand.
Manchmal erfüllt sich etwas, nur in einer anderen Form. Genau das gibt Energie für alles, was als Nächstes kommt.
Danke an die infra für den Nachmittag und das kleine Kino-Highlight, an Udo Iwannek für den Text in der Animation, an die Agentur hannover.contex 4.0 und an Florian Arp (farbfotos), von dem alle Neuaufnahmen im Film stammen.
Patricia Schneider, Leinegrafik

Die Animation endet 1993 mit der Kopernikusstraße. So groß ist das Stadtbahnnetz der Region heute.
Kilometer Streckennetz. Genau 123,1 km.
Haltestellen. Davon 19 U-Bahn-Stationen und 158 Hochbahnsteige.
Kilometer Gleis im Tunnel. Von insgesamt rund 268 km Gleis.
Gleichrichterwerke. Sie versorgen die Bahnen mit Strom.
Zahlen: infra Infrastrukturgesellschaft Region Hannover
infra Region Hannover
hannover.contex 4.0, Neuaufnahmen: Florian Arp, Archivmaterial: NDR
Udo Iwannek
Leinegrafik
Wann legt das Schiff wo an? Die Antwort steht direkt an der Route.
Für die ÜSTRA haben wir die Grafik der Maschseeflotte neu aufgebaut, dazu einen Fahrplan für das Maschseefest und ein Icon-Set, das auf allen Medien gleich aussieht.
Statt einer Tabelle mit Uhrzeiten steht an jedem Anleger nur die Minute nach der Abfahrt am Nordufer. Wer die Runde verstanden hat, braucht keinen Fahrplan mehr.
plus Löwenbastion an den Maschseetagen
vom Nordufer einmal im Uhrzeigersinn
für Parken, WC und Anleger
Rathaus, Stadion und Löwe
Außerdem ist eine zweite Karte entstanden. Sie zeigt die Bus- und Bahnlinien und den Weg zum Maschsee, vor allem zum Maschseefest, das jeden Sommer drei Wochen lang am See stattfindet.
Sie nutzt dieselbe Bildsprache wie die Flottengrafik: wenige Farben, klare Icons und nur die Haltestellen, die man wirklich braucht.

Manche Themen brauchen eine Geschichte mit Anfang und Ende. Dann wird aus der Infografik ein Film.

Erklärfilme mit Recherche, Storyline, Storyboard und Animation aus einer Hand. Fallbeispiel: Swiss-Ski, nominiert für den German Design Award 2026.

Der mittlere Turm des Kraftwerks Hannover-Linden, bespielt mit einer Animation, die man im ganzen Stadtraum sieht.
Eine Infografik zeigt alles auf einen Blick, man liest sie in seinem eigenen Tempo. Ein Erklärfilm erzählt nacheinander und gibt das Tempo vor. Eine animierte Infografik verbindet beides: Sie baut sich Schritt für Schritt auf und steht am Ende als Ganzes da, wie beim Stadtbahnnetz.
Ja. Wir legen die Grafik dann von Anfang an in Ebenen an, damit sie sich später Stück für Stück aufbauen lässt. So entstehen aus einer Datei Plakat, Social-Media-Clip und Film.
Ja. Farben, Schriften und vorhandene Icons übernehmen wir. Wo etwas fehlt, ergänzen wir es passend, zum Beispiel ein ganzes Icon-Set wie für die Maschseeflotte.
Plakat und Aushang, Website, Präsentation, Social Media und Bildschirme im Raum. Für die Kinoleinwand haben wir das Stadtbahnnetz in 4K gebaut.
Die Inhalte, die drauf sollen: Stationen, Zeiten, Zahlen oder Abläufe. Das darf ungeordnet sein. Herauszufinden, was wichtig ist und was weg kann, ist Teil der Arbeit.